Während bei der Vorratsdatenspeicherung der “Alleingang Deutschlands” skandalisiert wird, bleiben andere Verstöße der BRD gegen Europäische Richtlinien in der Presse fast unerwähnt. Dabei sind es gar nicht so wenige Richtlinien, denen sich Deutschland widersetzt.
Wenn man sich in der Sache nicht für Vorratsdatenspeicherung stark machen kann, weil sie offensichtlich weder benötigt wird, noch eines demokratischen Rechtsstaats würdig ist, dann versucht man halt mal wieder über die EU Druck zu machen.
“Wie auch viele andere Verfahren findet die Spielzeugrichtlinie eher wenig Beachtung, während die VDS in einer Art medialpolitischem Dauerfeuer zum Skandal hochstilisiert wird, der nur durch das Einlenken Deutschlands zu beenden wäre. Dabei gäbe es auch hier die Möglichkeit, sich für die Einbehaltung nationaler Regelungen einzusetzen oder Ausnahmeregelungen durchzusetzen, sofern sich niemand gegen die Richtlinie an sich einsetzen will.”
Wie die Entgrenzung von Arbeit dazu führt, dass man nicht trotz, sondern sogar wegen der Abschaffung von Stempeluhren nicht mehr 40 Stunden arbeitet, sondern 60.
In ihrem abgründigen Dokumentarfilm “Work Hard, Play Hard”, der für den Fernsehsender ARTE entstanden ist, und jetzt bei uns im Kino läuft, portraitiert die Berliner Dokumentarfilmerin Carmen Losmann die neuen Welten des “Human Ressource Management” und den Wandel der Arbeit unter dem Vorzeichen ihrer Entgrenzung.
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Carmen Losmann: Diese weichgespülte Sprache, die mit Anglizismen durchtränke Sprache haben die Unternehmen ja schon lange angewandt. Mein Lieblingszitat, das nicht im Film ist, lautet: “Wir müssen da die Business-Units ein bisschen gegeneinander atmen lassen.” Was nichts anderes heißt, als die Geschäftsbereiche innerhalb des Unternehmens gegeneinander in Konkurrenz zu setzen. Diese kommunikationsoptimierte Sprache fällt dann doch wieder als Störung auf. Das ist auch nicht richtig. Es ist nicht so einfach mit der Kommunikation.
Die Massen der Studis im Obergeschoss des Clubhaus, die dort schon am Dienstag mittag den Ausnahmezustand des kollektiven Lernens demonstriert haben, hatten ihren “Zuspruch” zur späteren Protestkundgebung auf dem Holzmarkt schon angedeutet: Sie würden keine Zeit haben. Und in der Tat – das studentische Tübingen war am Abend des 25. Januar nicht sehr stark auf dem Holzmarkt vertreten.
(“Kundgebung für kostenlose Bildung”? Da hat die Redakteurin wohl leider etwas falsch verstanden. Freie Software ist ja auch mehr als nur “umsonst”. Aber ihre Beobachtung stimmt leider: Mehr als 70 Leuten hatten sich nicht zur Kundgebung auf dem Holzmarkt versammelt.)
Vielleicht sollte man aber die Studis im Clubhaus und in der UB auch nicht falsch verstehen: Sind sie es nicht, die dort gegen Lernstress und Bachelor-Bulimie-Lernen – in performativer Weise – demonstrieren? Und das nicht nur an einem Abend, sondern sogar wochenlang am Stück?!
Viele gehen gerne in die Hausbar der Münzgasse 13, aber sicher wissen nicht alle, wie lange das Haus schon von Studierenden bewohnt wird und wie es zur heutigen Wohnsituation kam.
Vielen ist es sicher auch egal. Für alle anderen habe ich einen Hintergrundartikel für die bald erscheinende Kupferblau 24 geschrieben, den ihr hier beim Bildungsmagazin lesen könnt:
YouTube ist sicherlich keine gute Grundlage für professionelles Auflegen. Weder im Radio noch auf ‘ner Party. Trotzdem hab ich schon Abende erlebt wo jemand Musik von eben jener populären Video-Plattform abgespielt hat: Weil man was zeigen möchte, was der Gastgeber einfach nicht auf seinem Rechner hat oder so.
Für die ambitionierten “YouTube-DJs” die damit ganze Abende bestreiten wollen gibt es jetzt was total abgefahrenes. Eigentlich wars nur eine Frage der Zeit, bis sowas auftauchen würde, mich hats trotzdem gerade total überrascht: “YouTubeDisko” bietet ein komplettes Web-Frontend zum Abspielen von YouTube-Clips mit “DropBox” zum Zwischenspeichern von gefundenen Titeln und zwei “Decks” in die Musik geladen werden kann. Natürlich kann zwischen den Decks hin- und her überblendet werden. ;-)
Zur etwas professionelleren Handhabung würde jetzt noch ein automatischer Lautstärke-Abgleich fehlen, die Möglichkeit die Lautstärke für jeden Kanal unabhängig voneinander anzupassen, schnelles Vor- und Zurückspulen, automatischer Start des Abspielens beim Rüberfaden…
Aber Moment mal, wir sprechen vom “Auflegen” meist schlecht aufgelöster Songs über YouTube oder? Krasse Idee sowas überhaupt zu entwickeln! Hammer! YouTubeDisko!
Telepolis widmet sich in “Die neue Zuchtwahl” dem immer mehr aufkommenden Sozialdarwinismus und -rassismus der sogenannten “Leistungselite”. Dabei werden richtig gruselige Statements zitiert, wie z.B. dieses hier:
“Wenn jemand existenziell bedroht ist, weil er nicht genug Geld hat, um den Lebensunterhalt seiner Familie zu finanzieren, muss er meiner Meinung nach die Möglichkeit zu einem geregelten Verkauf von Organen haben”, sagt Peter Oberender, Volkswirtschaftsprofessor an der Universität Bayreuth.
Falls man das aus dem Zitat nicht so richtig versteht, weil es auch so gestelzt ausgedrückt wird (“diie Möglichkeit [...] haben”): Ja, es geht tatsächlich um den Verkauf von eigenen Organen, durch den man sich als armer Mensch Bares erwirtschaften soll.
RT @bildungsmagazin: HEUTE um 17 Uhr im Bildungsmagazin:
ein Gespräch über die Situation mit den Clubhausfesten im Sommersemester und n ... »23.04.2012
Der 1. April war doch erst letztens... Jusos Tübingen mit skurriler Idee für SPD-Wahlwerbung: “Currywurst ist SPD” » http://t.co/v0OVWMiF»16.04.2012
schöne neue Überwachungs-Welt: Automatische Absichtserkennung (TP) http://t.co/oj86gPwV»11.04.2012