Das Tagblatt berichtet heute auf Seite 2 über den Studiengebühren-Boykott. Dazu gibt es neben dem eigentlichen Artikel auch eine kleine Umfrage, bei der u.a. auch ich befragt worden bin. Leider taucht in dem Artikel ein Zitat von mir auf, bei dem ich mir nicht sicher bin, ob es wirklich von mir stammt, oder ob das nicht einfach ein anderer aus dem AK gesagt hat:
“Uns fehlten aktive Helfer. Wir konnten nicht überall sein” soll ich wohl gesagt haben. Auch wenn es stimmt, dass wir teilweise zu wenig Leute beim AK waren bzw dass sich zu wenig Leute an konkreten Aktionen beteiligt haben, fand ich, dass wir insgesamt genügend Leute im Team hatten und dass wir auch ziemlich viel gemeinsam geschafft haben. Von daher würde ich sowas eigentlich gerade gegenüber der Presse eher nicht behaupten, verstärkt es doch auch nur wieder den Eindruck, wir wären ein kleines Häufchen von “linken Spinnern”, die sich jetzt auch noch beklagen, wenn niemand an ihren “weltfremden Aktionen” teilhaben will.
Von daher möchte ich mich in diesem Zusammenhang etwas von dieser Äußerung distanzieren, es kann aber schon sein, dass ich das im Kontext mit einer anderen Bemerkung gesagt habe.
Was ich auch eher am Rande bei der Umfrage gesagt hatte, und was jetzt ziemlich zentral als meine Meinung dargestellt wird, steckt in diesem Absatz, der neben meinem Bild bei der Umfrage abgedruckt wurde (Tagblatt-Ausschnitt als Graphik):
Fabian Everding, 25, sieht einen großen Unterschied zwischen „der Absicht, etwas zu tun und dem Umsetzen dieser Absicht“. Außerdem will der Kulturwissenschaftler gerade die Studenten mit einbeziehen, die aufgrund ihrer wirtschaftlichen Lage von der Gebühr am härtesten getroffen sind. „Ich denke da an eine Art Boykottbank, die das Geld vorstreckt.“
Dazu ist zu sagen: Ich bin kein Kulturwissenschaftler, sondern studiere Empirische Kulturwissenschaft und der Satz “Ich denke da an eine Art Boykottbank, die das Geld vorstreckt.”, hört sich so an, als ob das ein konkreter Plan für den nächsten Boykott wäre.
Tatsächlich hab ich versucht zu erklären, warum so wenige Leute den Boykott durch ihre Einzahlung aufs Treuhandkonto unterstützt haben, und dabei die These aufgestellt, dass zu wenige Leute in der Lage sind rechtzeitig die Studiengebühren zu bezahlen. In vielen Gesprächen, auch im persönlichen Bekanntenkreis, hab ich feststellen müssen, dass manche Leute regelmäßig immer erst gegen Ende der Mahnfrist das Geld an die Uni überweisen, zusammen mit dem 10 € Mahngebühr. Deshalb hab ich dann (zusammen mit der Feststellung, dass wir sowas wohl kaum werden anbieten können) nur gemeint, dass die Leute uns wahrscheinlich den Laden einrennen würden, wenn wir eine Art “Boykott-Bank” aufmachen würden, die den Leuten quasi einen Monat lang das Geld vorstreckt, so dass sich die Teilnahme am Boykott mit der Einsparung der 10 € Mahngebühr kombinieren ließe. In der Tat ein schöner Traum, nur haben weder wir selbst so viel Geld, noch dass sich eine Bank finden ließe, die so etwas mit uns in Kooperation anbieten würde.
Ganz im Gegenteil: Die Kreissparkasse (bei der unser Treuhand-Konto läuft) sah sich bei diesem Boykott schon in ihrer politischen Neutralität gefährdet und hat daher bei der letzten Bar-Einzahlaktion nicht mehr auf die Bar-Einzahlgebühr von drei Euro pro Person verzichten wollen, weil sie sich ja mit diesem Entgegenkommen schon politisch geäußert haben würde.
Diese sehr schöne interaktive Flash-Animation – auf die ich eher zufällig gestossen bin – zeigt uns den Alltag eines normalen Menschen und dabei besonders die Möglichkeiten durch staatliche oder anderen Stellen überwacht zu werden. Es lohnt sich alle anklickbaren Felder einmal anzuklicken.
Übrigens: Diese Flash-Animation ist eine Bachelor-Abschlußarbeit im Studiengang “digital media”. Krass mit was man alles seine Abschluß-Arbeit machen kann. Diese hier ist auf jeden Fall gelungen.
Die “extra 3″-Reporterin Olivia Jones war in Hannover und hat die “Politiker” der NPD nach ihrem Programm befragen wollen. Die Antworten sprechen für sich.
Seit kurzem gibt es nun auch für die deutsche Wikipedia
einen sogenannten Wiki-Scanner mit dem man nach Editier-Vorgängen in der Wikipedia suchen kann, die anonym und aus den Computer-Netzwerken “interessanter Firmen” heraus getätigt wurden. Dabei sind viele alte Bekannte unter den anonymen Editoren, so z.B. der Energiekonzern und AKW-Betreiber RWE.
Als kleines Beispiel für einen meiner Meinung nach sehr witzigen Versuch Kritik an einem AKW durch Werbe-Propaganda zu relativieren sei auf diesen Versionsunterschied verwiesen: Version vom 12:18, 30. Jun. 2006
So ergab eine im Auftrag des [[Bundesumweltministerium]]s nach den Anschlägen auf das [[World Trade Center]] in [[New York City|New York]] beauftragte Untersuchung, dass die Reaktorgebäude einem Anschlag mit einem Passagierjet nicht standhalten würden und das nach einem solchen Anschlag die Freisetzung hochradioaktiver Stoffe sehr wahrscheinlich sei. Dies ist aber nur eine sehr einseitige vom BMU durchgeführte Studie. Andere Studien widerlegen das.
Dabei beziehen sich die Ergänzungen des anonymen Editors (im Beispiel rot markiert) immer auf die vorherigen Zeilen des Original-Artikels. Es wurde also ungewöhnlicherweise für so einen Edit nicht der Original-Teil gelöscht und durch Propaganda ersetzt, sondern nur eine Art Rechtfertigung und Gegenargumentation an die Kritik angefügt. Das liest sich in diesem Fall dann besonders witzig. Der Artikel gipfelt schließlich trotz der weiterhin im Text verbliebenen massiven Kritik an Sicherheitsmängeln in dem Satz: “Das Kraftwerk Biblis ist ein Meilenstein in punkto Sicherheit.”
Wer nicht selbst suchen will findet bei Wired eine kommentierte Auflistung von manipulierten Einträgen ohne direkt alle Firmen-Edits durchsuchen zu müssen: http://reddit.wired.com/wikid_german/
Fazit: Der Wiki-Scanner ist ein Quell unfreiwilligen Humors und lohnt einen Besuch!
Absurde Abmahnungen an Betreiber einer Website sind nichts neues. Schon im Jahr 2000 konnte man den Fall des damals einzigen SelfHMTL-Redakteurs Stefan Münz aufmerksam verfolgen, bei dem letzterer wegen der Verlinkung einer Website nicht nur eine Unterlassungserklärung unterschreiben, sondern auch noch 1900 DM Anwaltskosten zahlen sollte. Dabei hatte Münz lediglich im Rahmen seiner freien Online-Dokumentation zur Webseiten-Erstellung auf die Website des “FTP-Explorer” verlinkt, einem FTP-Client, der nach Ansicht des Klägers dessen Markenrechte auf den Namen “Explorer” verletzte. Nicht der Hersteller des FTP-Explorer wurde also verklagt, sondern Stefan Münz wegen seines Links zur “FTP-Explorer” Website. So weit, so absurd.
Dieser Fall und ähnliche weitere haben in den letzten Jahren wenigstens bei der interessierten Netz-Öffentlichkeit für teils amüsierte, teils erregte Aufmerksamkeit gesorgt.
Nun ist es offenbar wieder einmal soweit, eine neue Absurdität erfreut die Gemüter und sorgt für Unruhe bei den Beklagten: Die GEZ hat dem Internet-Portal akademie.de eine Abmahnung samt “strafbewehrter Unterlassungserklärung” geschickt, worin die sympathische Kölner-Organisation mit Behörden-Charakter dem Anbieter von Online-Kursen die Verwendung bestimmter Begriffe und Ausdrücke verbieten will.
So soll z.B. anstatt des Begriffs “PC-Gebühr” nur von “gesetzlichen Rundfunkgebühren für neuartige Rundfunkempfangsgeräte” gesprochen werden, auch darf der “Gebührenjäger” nur als “Rundfunkgebührenbeauftragter” oder noch besser gleich als “Beauftragtendienst der öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten” bezeichnet werden. Statt der “Kopfprämie” in einem Artikel bei akademie.de würde die GEZ lieber von der “Provision des Beauftragtendienstes der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten” lesen.
Dass man in einem journalistischen Text, der ja nun schließlich nicht der Neutralität verpflichtet ist, durchaus mal Worte verwenden kann, die “tendenziös” sind und die Ablehnung des Autors gegenüber bestimmten Praktiken zum Ausdruck bringen sollen, hat sich offenbar noch nicht bis zur GEZ herumgesprochen. Stattdessen versucht man, wie es so oft in unserer Zeit gängige Praxis zu sein scheint, ohne Skrupel und Gewissen den eigenen Vorteil und die eigenen Interessen auf rechtlichem Wege durchzusetzen.
Dass dabei mit der GEZ ausgerechnet eine Organisation gegen die journalistische Freiheit vorgeht, die durch die Gebühreneintreibung für die Öffentlich-Rechtlichen u.a. deren journalistische Unabhängigkeit sicherstellen soll, ist besonders absurd.
Mal davon ganz abgesehen, dass man es den Leuten von akademie.de selbst überlassen sollte, wie sie sich in ihren Beiträgen artikulieren: Wie würde sich ein Artikel ohne “eine Vielzahl irreführender und falscher Begriffe” (aus der GEZ-Abmahnung) aber dafür mit von der GEZ als Alternative vorgeschlagenen Formulierungen wie “gesetzlich vorgesehene Anmeldung von zum Empfang bereit gehaltener Rundfunkgeräte“, “Schreiben, mit dessen Hilfe der gesetzliche Auskunftsanspruch des § 4 Abs. 5 RGebStV geltend gemacht wird” und “dem Informationsschreiben der GEZ beigefügtes Formular zur Erteilung der Auskunft nach § 4 Abs. 5 RGebStV” in einem Satz noch lesen lassen?
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ein Gespräch über die Situation mit den Clubhausfesten im Sommersemester und n ... »23.04.2012
Der 1. April war doch erst letztens... Jusos Tübingen mit skurriler Idee für SPD-Wahlwerbung: “Currywurst ist SPD” » http://t.co/v0OVWMiF»16.04.2012
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