Der Journalist Stefan Niggemeier beschreibt in seinem Blog die Geschichte einer Falschmeldung, die die Berichterstattung über die G8-Auftakt-Demo maßgeblich beeinflußt hat. Die Rede des philippinischen Soziologie-Professors Walden Bello wurde von einem dpa-Korrespondenten grausam und fast vorsätzlich falsch übersetzt, denn aus der Formulierung
„Two years ago they said: Do not bring the war into the discussions. Just focus on poverty reduction. Well, we say: We have to bring the war right into this meeting. Because without peace there can be no justice.”
wurde bei der dpa die sinnentstellende Formulierung
„Wir müssen den Krieg in diese Demonstration rein tragen. Mit friedlichen Mitteln erreichen wir nichts.”
Dabei ist mir insbesondere völlig unklar, wie man v.a. den zweiten Satz derartig falsch übersetzen kann.
Natürlich wurde die dpa-Meldung wie üblich ungeprüft von diversen Medien übernommen, unter anderem von Spiegel Online und der Bild-”Zeitung”. Bis zum Widerruf der Falschmeldung hat sich die dpa erstmal Zeit gelassen, daher kam dieser Widerruf auch erst am Dienstag, als sich alle schon eine Meinung über dieses linke Pack und dessen Auftakt-Kundgebung gebildet hatten. Fleißig abgeschrieben wurde natürlich auch von diversen Tageszeitungen.
So funktionieren also die Medien. Im Detail kann man sich die Chronologie bei Stefan Niggemeier nochmal anschauen: Chronologie einer Falschmeldung