Seit kurzem gibt es nun auch für die deutsche Wikipedia
einen sogenannten Wiki-Scanner mit dem man nach Editier-Vorgängen in der Wikipedia suchen kann, die anonym und aus den Computer-Netzwerken “interessanter Firmen” heraus getätigt wurden. Dabei sind viele alte Bekannte unter den anonymen Editoren, so z.B. der Energiekonzern und AKW-Betreiber RWE.
Als kleines Beispiel für einen meiner Meinung nach sehr witzigen Versuch Kritik an einem AKW durch Werbe-Propaganda zu relativieren sei auf diesen Versionsunterschied verwiesen: Version vom 12:18, 30. Jun. 2006
So ergab eine im Auftrag des [[Bundesumweltministerium]]s nach den Anschlägen auf das [[World Trade Center]] in [[New York City|New York]] beauftragte Untersuchung, dass die Reaktorgebäude einem Anschlag mit einem Passagierjet nicht standhalten würden und das nach einem solchen Anschlag die Freisetzung hochradioaktiver Stoffe sehr wahrscheinlich sei. Dies ist aber nur eine sehr einseitige vom BMU durchgeführte Studie. Andere Studien widerlegen das.
Dabei beziehen sich die Ergänzungen des anonymen Editors (im Beispiel rot markiert) immer auf die vorherigen Zeilen des Original-Artikels. Es wurde also ungewöhnlicherweise für so einen Edit nicht der Original-Teil gelöscht und durch Propaganda ersetzt, sondern nur eine Art Rechtfertigung und Gegenargumentation an die Kritik angefügt. Das liest sich in diesem Fall dann besonders witzig. Der Artikel gipfelt schließlich trotz der weiterhin im Text verbliebenen massiven Kritik an Sicherheitsmängeln in dem Satz: “Das Kraftwerk Biblis ist ein Meilenstein in punkto Sicherheit.”
Wer nicht selbst suchen will findet bei Wired eine kommentierte Auflistung von manipulierten Einträgen ohne direkt alle Firmen-Edits durchsuchen zu müssen: http://reddit.wired.com/wikid_german/
Fazit: Der Wiki-Scanner ist ein Quell unfreiwilligen Humors und lohnt einen Besuch!
Die Uni-Freiburg hat mir heute etwas später als Tübingen das Ergebnis meines Bewerbungsverfahrens mitgeteilt: Zu meiner völligen Überraschung bin ich sowohl für den Hauptfach-Studiengang Soziologie als auch für mein Nebenfach Politikwissenschaft genommen worden.
Was mich daran besonders irritiert ist die Tatsache, dass der Hörsaal in dem das Bewerbungsverfahren stattgefunden hat propevoll gewesen ist. Und zwar bei beiden Einstufungstests. Ich hatte auch nicht das Gefühl von lauter unfähigen Idioten umgeben zu sein, eher im Gegenteil. Bei nur 30 angekündigten Plätzen für jeden der beiden Studiengänge in die ich mich jetzt einschreiben könnte eigentlich eine Art Wunder. ;-)
Aber ich will doch eigentlich in Tübingen bleiben, trotz der Absage meiner Medienwissenschaftler…
Absurde Abmahnungen an Betreiber einer Website sind nichts neues. Schon im Jahr 2000 konnte man den Fall des damals einzigen SelfHMTL-Redakteurs Stefan Münz aufmerksam verfolgen, bei dem letzterer wegen der Verlinkung einer Website nicht nur eine Unterlassungserklärung unterschreiben, sondern auch noch 1900 DM Anwaltskosten zahlen sollte. Dabei hatte Münz lediglich im Rahmen seiner freien Online-Dokumentation zur Webseiten-Erstellung auf die Website des “FTP-Explorer” verlinkt, einem FTP-Client, der nach Ansicht des Klägers dessen Markenrechte auf den Namen “Explorer” verletzte. Nicht der Hersteller des FTP-Explorer wurde also verklagt, sondern Stefan Münz wegen seines Links zur “FTP-Explorer” Website. So weit, so absurd.
Dieser Fall und ähnliche weitere haben in den letzten Jahren wenigstens bei der interessierten Netz-Öffentlichkeit für teils amüsierte, teils erregte Aufmerksamkeit gesorgt.
Nun ist es offenbar wieder einmal soweit, eine neue Absurdität erfreut die Gemüter und sorgt für Unruhe bei den Beklagten: Die GEZ hat dem Internet-Portal akademie.de eine Abmahnung samt “strafbewehrter Unterlassungserklärung” geschickt, worin die sympathische Kölner-Organisation mit Behörden-Charakter dem Anbieter von Online-Kursen die Verwendung bestimmter Begriffe und Ausdrücke verbieten will.
So soll z.B. anstatt des Begriffs “PC-Gebühr” nur von “gesetzlichen Rundfunkgebühren für neuartige Rundfunkempfangsgeräte” gesprochen werden, auch darf der “Gebührenjäger” nur als “Rundfunkgebührenbeauftragter” oder noch besser gleich als “Beauftragtendienst der öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten” bezeichnet werden. Statt der “Kopfprämie” in einem Artikel bei akademie.de würde die GEZ lieber von der “Provision des Beauftragtendienstes der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten” lesen.
Dass man in einem journalistischen Text, der ja nun schließlich nicht der Neutralität verpflichtet ist, durchaus mal Worte verwenden kann, die “tendenziös” sind und die Ablehnung des Autors gegenüber bestimmten Praktiken zum Ausdruck bringen sollen, hat sich offenbar noch nicht bis zur GEZ herumgesprochen. Stattdessen versucht man, wie es so oft in unserer Zeit gängige Praxis zu sein scheint, ohne Skrupel und Gewissen den eigenen Vorteil und die eigenen Interessen auf rechtlichem Wege durchzusetzen.
Dass dabei mit der GEZ ausgerechnet eine Organisation gegen die journalistische Freiheit vorgeht, die durch die Gebühreneintreibung für die Öffentlich-Rechtlichen u.a. deren journalistische Unabhängigkeit sicherstellen soll, ist besonders absurd.
Mal davon ganz abgesehen, dass man es den Leuten von akademie.de selbst überlassen sollte, wie sie sich in ihren Beiträgen artikulieren: Wie würde sich ein Artikel ohne “eine Vielzahl irreführender und falscher Begriffe” (aus der GEZ-Abmahnung) aber dafür mit von der GEZ als Alternative vorgeschlagenen Formulierungen wie “gesetzlich vorgesehene Anmeldung von zum Empfang bereit gehaltener Rundfunkgeräte“, “Schreiben, mit dessen Hilfe der gesetzliche Auskunftsanspruch des § 4 Abs. 5 RGebStV geltend gemacht wird” und “dem Informationsschreiben der GEZ beigefügtes Formular zur Erteilung der Auskunft nach § 4 Abs. 5 RGebStV” in einem Satz noch lesen lassen?
Gestern bin ich gegen 18 Uhr endlich auf dem Camp-Gelände angekommen. Nach acht Stunden Auto-Fahrt mit der Mitfahrgelegenheit
und einer weiteren halben Stunde mit der Regional-Bahn nach Eberswalde hat mich das “Großraum-Taxi” zusammen mit sieben anderen Leuten zum Camp-Gelände in Finowfurt gefahren.
Mein Zelt steht in einem kleinen Pinienwald in der “Angel-Area”, dem Bereich für die Helfer des Camps. Es ist doch sehr unkomfortabel in diesem 1-Personen Grab. Nächstes Mal muss ich doch ein größeres Zelt besorgen. Bis jetzt haben wir super Wetter, gestern hab ich von 24 bis 2 Uhr schon meine erste Schicht am InfoPoint geschoben, heute um 20 Uhr werd ich da nochmal für zwei Stunden helfen. Das Essen ist OK, es gibt eine Bar an der ein paar Hobby-Köche jeden Abend massenhaft gutes Essen kochen und dafür freiwillige Spenden für das Essen am Tag drauf sammeln. Die “Milliways-Bar” schenkt sogar Freibier aus.
Das Publikum ist einigermaßen gemischt, mit vielen internationalen Besuchern und einer Frauen-Quote von vielleicht höchstens 30%. Einige “ältere Hacker” haben ihre Kinder mitgebracht, für die es hier sogar einen selbstbetreuten “Kindergarten” gibt.
Was es kaum gibt sind vernünftige Sanitär-Anlagen. Ich muss meine Ansprüche hier ganz schön runterschrauben und solange ich noch sauberer bin als die Duschen es sind, werde ich nicht in die langen Schlangen davor einreihen. Ich hoffe aber dass auch das mit der Zeit etwas besser wird. Heute wurde ein zweiter Dusch-Container eingeweiht und die Dinger werden wohl jeden Morgen professionell gereinigt.
Abends wird das Camp von zahlreichen Scheinwerfern abgesucht, es blinkt und funkelt überall und leuchtet in verschiedenen Neon-Farben. Die Bilder können da keinen wirklichen Eindruck von vermitteln.
Nun bin ich also aufgenommen! Heute hat mich der Brief meines zukünftigen Instituts für empirische Kulturwissenschaft erreicht. Darin wird mir schonmal meine Aufnahme in den Bachelor Studiengang EKW Hauptfach bestätigt.
Jetzt muss ich noch bangen ob es auch mit meinem Nebenfach Medienwissenschaft klappen wird. Aber nach der erfreulichen Nachricht will ich mich erstmal in Zweckoptimismus üben.
Auto.Mobil.Krise. Internationale Konferenz vom 28.10. bis 30.10.2010 in Stuttgart. http://www.auto-mobil-krise.de/ »24.08.2010
Wir suchen für den September eine(n) Zwischenmieter(in). 223 €, ca. 15 qm, nette WG, zentrale Lage.
Meldet Euch bei fabian [at] wisowi.de »22.08.2010
RT @solidsds: Fahrt zur Demo gegen den Nazi-Aufmarsch in Karlruhe am Samstag, 21.08.: Abfahrt in Tübingen um 7:30 auf Gleis 2 http://is. ... »20.08.2010