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Artikel vom Februar 2008

Tagblatt über Studiengebühren-Boykott

Das Tagblatt berichtet heute auf Seite 2 über den Studiengebühren-Boykott. Dazu gibt es neben dem eigentlichen Artikel auch eine kleine Umfrage, bei der u.a. auch ich befragt worden bin. Leider taucht in dem Artikel ein Zitat von mir auf, bei dem ich mir nicht sicher bin, ob es wirklich von mir stammt, oder ob das nicht einfach ein anderer aus dem AK gesagt hat:

“Uns fehlten aktive Helfer. Wir konnten nicht überall sein” soll ich wohl gesagt haben. Auch wenn es stimmt, dass wir teilweise zu wenig Leute beim AK waren bzw dass sich zu wenig Leute an konkreten Aktionen beteiligt haben, fand ich, dass wir insgesamt genügend Leute im Team hatten und dass wir auch ziemlich viel gemeinsam geschafft haben. Von daher würde ich sowas eigentlich gerade gegenüber der Presse eher nicht behaupten, verstärkt es doch auch nur wieder den Eindruck, wir wären ein kleines Häufchen von “linken Spinnern”, die sich jetzt auch noch beklagen, wenn niemand an ihren “weltfremden Aktionen” teilhaben will.

Von daher möchte ich mich in diesem Zusammenhang etwas von dieser Äußerung distanzieren, es kann aber schon sein, dass ich das im Kontext mit einer anderen Bemerkung gesagt habe.

Was ich auch eher am Rande bei der Umfrage gesagt hatte, und was jetzt ziemlich zentral als meine Meinung dargestellt wird, steckt in diesem Absatz, der neben meinem Bild bei der Umfrage abgedruckt wurde (Tagblatt-Ausschnitt als Graphik):

Fabian Everding, 25, sieht einen großen Unterschied zwischen „der Absicht, etwas zu tun und dem Umsetzen dieser Absicht“. Außerdem will der Kulturwissenschaftler gerade die Studenten mit einbeziehen, die aufgrund ihrer wirtschaftlichen Lage von der Gebühr am härtesten getroffen sind. „Ich denke da an eine Art Boykottbank, die das Geld vorstreckt.“

Dazu ist zu sagen: Ich bin kein Kulturwissenschaftler, sondern studiere Empirische Kulturwissenschaft und der Satz “Ich denke da an eine Art Boykottbank, die das Geld vorstreckt.”, hört sich so an, als ob das ein konkreter Plan für den nächsten Boykott wäre.

Tatsächlich hab ich versucht zu erklären, warum so wenige Leute den Boykott durch ihre Einzahlung aufs Treuhandkonto unterstützt haben, und dabei die These aufgestellt, dass zu wenige Leute in der Lage sind rechtzeitig die Studiengebühren zu bezahlen. In vielen Gesprächen, auch im persönlichen Bekanntenkreis, hab ich feststellen müssen, dass manche Leute regelmäßig immer erst gegen Ende der Mahnfrist das Geld an die Uni überweisen, zusammen mit dem 10 € Mahngebühr. Deshalb hab ich dann (zusammen mit der Feststellung, dass wir sowas wohl kaum werden anbieten können) nur gemeint, dass die Leute uns wahrscheinlich den Laden einrennen würden, wenn wir eine Art “Boykott-Bank” aufmachen würden, die den Leuten quasi einen Monat lang das Geld vorstreckt, so dass sich die Teilnahme am Boykott mit der Einsparung der 10 € Mahngebühr kombinieren ließe. In der Tat ein schöner Traum, nur haben weder wir selbst so viel Geld, noch dass sich eine Bank finden ließe, die so etwas mit uns in Kooperation anbieten würde.
Ganz im Gegenteil: Die Kreissparkasse (bei der unser Treuhand-Konto läuft) sah sich bei diesem Boykott schon in ihrer politischen Neutralität gefährdet und hat daher bei der letzten Bar-Einzahlaktion nicht mehr auf die Bar-Einzahlgebühr von drei Euro pro Person verzichten wollen, weil sie sich ja mit diesem Entgegenkommen schon politisch geäußert haben würde.

Tagblatt-Artikel: Und wieder waren es zu wenige Rückmelde-Verweigerer

Warum Studiengebühren super sind

Endlich sagts mal einer:

Till Timmermann for president!