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Master wird zum Nadelöhr

Aber kann es überhaupt für alle studienwillige Bachelor-Absolventen Master-Studienplätze geben? Darüber haben sich die politisch Verantwortlichen offenbar wenig Gedanken gemacht. Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat sich mit der erwarteten Nachfrage und dem Studienplatzangebot bislang nicht auseinandergesetzt, gibt eine Sprecherin zu: “Auf Arbeitsebene wird aber versucht, die Entwicklung generell im Auge zu behalten.”

taz.de: Studienreform in Deutschland: Der Master wird zum Nadelöhr

Meint die taz das ernst?

Klar ist: Wer ein System wie BA/MA einführt will keinen Master für alle. Vielmehr soll die Uni in ihrer “Funktion” als kostenlose Ausbildungsstätte für die Wirtschaft weiter ausgebaut werden, das zeigen die dauernden Forderungen nach “Praxisbezug” immer wieder, die zum Teil ja leider selbst von Studierenden zu hören sind.

Das BA/MA System dient dabei als Vorfilter für die Jobs in der Wirtschaft: Der BA reicht für viele Stellen auf die “Akademiker” sich bewerben sollen und die müssen ja dann nicht so gut bezahlt werden wie Master-Absolventen. Praktisch.

Wo dann wirklich die Qualifikationen eines “Masters” gebraucht werden, da hilft die Einteilung der Studies in zwei Güteklassen: Man muss sich deutlich weniger BewerberInnen anschauen, wenn man die BA-Studies gleich außen vor läßt.

Mag schon sein, dass das Humboldtsche Bildungsideal elitär ist und auch nicht das Gelbe vom Ei. Aber diese Blockade von Uni-”Karrieren”, nur weil einer um eine Viertel-Note schlechter ist als sein “Konkurrent” aus dem gleichen Seminar, ist einfach nur zynisch.

Da inzwischen jedem klar ist wie es auf dem MA-Markt aussieht muss man natürlich auch nicht erwarten, dass die heute übliche Mehrfachst-Bewerbung auf zig Studienplätze geringer werden würde. Wahrscheinlich wird es nicht lange dauern, bis die Bewerbung auf einen Master-Platz nur nach Zahlung einer entsprechenden Aufwandsgebühr überhaupt bearbeitet wird. Das freut natürlich die, die es sich dennoch leisten können. So wird der Zugang zum öffentlich finanzierten Uni-Betrieb am Ende auf diejenigen beschränkt, die nicht schon vorher an den (finanziellen) Hürden scheitern.

DrNI schreibt,

23. August 2010 um 22:44

Im Prinzip hätte Deutschland einen anderen Weg gehen müssen: Bachelor für die FH-Absolventen mit Option, den Master an der Uni zu machen. Master für Uni-Absolventen. Denn das Studium mit Praxisbezug hatten wir in Deutschland an der Fachhochschule schon immer.

Dass nicht alle BachelorEtten einen Masterplatz bekommen liegt aber nicht nur daran, dass es so wenige Plätze gibt. Es liegt auch daran, dass wir Studiengänge haben, die gnaden- und hoffnungslos überrannt sind. Das ist gut für exakt niemanden, für die Uni nicht, für die Dozenten nicht, und für die Studis auch nicht, die Arbeitgeber… ah halt doch für die ist es gut, denn ein absolutes Überangebot an Absolventen eines Studiengangs bedeutet die Möglichkeit, Löhne zu drücken.

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