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Artikel vom Januar 2011

unsichtbares Theater: der performative Protest im Clubhaus

Die Massen der Studis im Obergeschoss des Clubhaus, die dort schon am Dienstag mittag den Ausnahmezustand des kollektiven Lernens demonstriert haben, hatten ihren “Zuspruch” zur späteren Protestkundgebung auf dem Holzmarkt schon angedeutet: Sie würden keine Zeit haben. Und in der Tat – das studentische Tübingen war am Abend des 25. Januar nicht sehr stark auf dem Holzmarkt vertreten.

Das Tagblatt schreibt in einer Meldung die “Kundgebung für kostenlose Bildung” sei “schwach besucht” gewesen.

(“Kundgebung für kostenlose Bildung”? Da hat die Redakteurin wohl leider etwas falsch verstanden. Freie Software ist ja auch mehr als nur “umsonst”. Aber ihre Beobachtung stimmt leider: Mehr als 70 Leuten hatten sich nicht zur Kundgebung auf dem Holzmarkt versammelt.)

Vielleicht sollte man aber die Studis im Clubhaus und in der UB auch nicht falsch verstehen: Sind sie es nicht, die dort gegen Lernstress und Bachelor-Bulimie-Lernen – in performativer Weise – demonstrieren? Und das nicht nur an einem Abend, sondern sogar wochenlang am Stück?!

Wissen wo man trinkt

Viele gehen gerne in die Hausbar der Münzgasse 13, aber sicher wissen nicht alle, wie lange das Haus schon von Studierenden bewohnt wird und wie es zur heutigen Wohnsituation kam.

Vielen ist es sicher auch egal. Für alle anderen habe ich einen Hintergrundartikel für die bald erscheinende Kupferblau 24 geschrieben, den ihr hier beim Bildungsmagazin lesen könnt:

Bildungsmagazin: Eine kleine Geschichte der Münzgasse 13

YouTubeDisko

YouTube ist sicherlich keine gute Grundlage für professionelles Auflegen. Weder im Radio noch auf ‘ner Party. Trotzdem hab ich schon Abende erlebt wo jemand Musik von eben jener populären Video-Plattform abgespielt hat: Weil man was zeigen möchte, was der Gastgeber einfach nicht auf seinem Rechner hat oder so.

Für die ambitionierten “YouTube-DJs” die damit ganze Abende bestreiten wollen gibt es jetzt was total abgefahrenes. Eigentlich wars nur eine Frage der Zeit, bis sowas auftauchen würde, mich hats trotzdem gerade total überrascht: “YouTubeDisko” bietet ein komplettes Web-Frontend zum Abspielen von YouTube-Clips mit “DropBox” zum Zwischenspeichern von gefundenen Titeln und zwei “Decks” in die Musik geladen werden kann. Natürlich kann zwischen den Decks hin- und her überblendet werden. ;-)

Zur etwas professionelleren Handhabung würde jetzt noch ein automatischer Lautstärke-Abgleich fehlen, die Möglichkeit die Lautstärke für jeden Kanal unabhängig voneinander anzupassen, schnelles Vor- und Zurückspulen, automatischer Start des Abspielens beim Rüberfaden…
Aber Moment mal, wir sprechen vom “Auflegen” meist schlecht aufgelöster Songs über YouTube oder? Krasse Idee sowas überhaupt zu entwickeln! Hammer! YouTubeDisko!

Wer bei YouTubeDisko auf den Geschmack gekommen ist und “richtig” auflegen will: Die OpenSource DJ-Software Mixxx gibt es für alle (drei populären) Plattformen. Man bekommt sie unter www.mixxx.org.