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Artikel aus Allgemein

this makes my day!

“Noch nie sei der Diebstahl eines Weihnachtsstollens mit einem derart großen Personalaufwand verfolgt worden, teilte die Anklagebehörde weiter mit.”

teltarif.de: LBB-Datenskandal ist Folge eines Stollen-Diebstahls

more whitewashing

“Durch den steigenden Gebrauch von Waschnüssen in Westeuropa versechsfachte sich deren Preis im Herkunftsland Indien zwischen den Jahren 2003 und 2008. Dies führt dazu, dass sich die dortige Bevölkerung keine Waschnüsse mehr leisten kann und auf billige, aggressive Waschmittel umsteigt. Dies führt zu einer erhöhten Belastung der Gewässer.”
zitiert aus “Reines Gewissen − Umweltbewusste Europäer machen indische Waschnüsse unbezahlbar.” Neon Ausgabe Juni 2008
zitiert nach: Wikipedia: Waschnussbaum

Ist es nicht irgendwie zynisch, dass selbst Versuche von “Gutmenschen”, und LOHAS (wie wir sie in Tübingen als Bewohner des französischen Viertels oder des Loretto-Areals kennen) nur dazu führen, dass die Welt insgesamt noch ein bisschen schlechter wird?

Weil wir Westeuropäer uns wohler damit fühlen, wenn wir statt der normalen Waschmittel (die ja inzwischen größtenteils alle relativ gut ökologisch abbaubar sind) lieber die scheinbar “natürlichen” Waschnüsse verwenden, machen wir ein Naturprodukt für die ursprünglichen Hauptnutzer unbezahlbar.
Ob das indische Abwasser dann dort ähnlich gut wiederaufbereitet wird wie bei uns, darf bezweifelt werden.

Ein ähnliches Phänomen sind die Altkleider-Spenden. Wer glaubt, er würde seinen alten Schrott direkt nach Afrika spenden, hat sich schwer getäuscht:
Die Kleider werden zunächst nach Qualität sortiert, wobei nur die wirklich miesen Sachen nach Afrika gehen. Die besten Kleider landen in deutschen Secondhand-Läden, die etwas weniger modischen können noch in Osteuropa verkauft werden und auch der Schrott für Afrika wird dort noch verkauft und nicht etwa umsonst abgegeben! Zudem muss man sich überlegen, ob die afrikanischen Kleider-Produzenten die Verkaufseinbußen verdient haben, die ihnen der Verkauf unseres Wohlstands-Mülls einbringt.
Quelle: Lifeguide: Der Handel mit alten Kleidern

“Wir müssen den Krieg in diese Demonstration rein tragen.”

Der Journalist Stefan Niggemeier beschreibt in seinem Blog die Geschichte einer Falschmeldung, die die Berichterstattung über die G8-Auftakt-Demo maßgeblich beeinflußt hat. Die Rede des philippinischen Soziologie-Professors Walden Bello wurde von einem dpa-Korrespondenten grausam und fast vorsätzlich falsch übersetzt, denn aus der Formulierung

„Two years ago they said: Do not bring the war into the discussions. Just focus on poverty reduction. Well, we say: We have to bring the war right into this meeting. Because without peace there can be no justice.”

wurde bei der dpa die sinnentstellende Formulierung

Wir müssen den Krieg in diese Demonstration rein tragen. Mit friedlichen Mitteln erreichen wir nichts.”

Dabei ist mir insbesondere völlig unklar, wie man v.a. den zweiten Satz derartig falsch übersetzen kann.

Natürlich wurde die dpa-Meldung wie üblich ungeprüft von diversen Medien übernommen, unter anderem von Spiegel Online und der Bild-”Zeitung”. Bis zum Widerruf der Falschmeldung hat sich die dpa erstmal Zeit gelassen, daher kam dieser Widerruf auch erst am Dienstag, als sich alle schon eine Meinung über dieses linke Pack und dessen Auftakt-Kundgebung gebildet hatten. Fleißig abgeschrieben wurde natürlich auch von diversen Tageszeitungen.

So funktionieren also die Medien. Im Detail kann man sich die Chronologie bei Stefan Niggemeier nochmal anschauen: Chronologie einer Falschmeldung